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Umweltfreundliches Fahren für die Karlsruher Innenstadt

E-Auto: Zeit zum Nachdenken.

Endlich konnten wir unser erstes reines Elektroauto in Betrieb nehmen. Aus Überzeugung, einen kleinen Beitrag zu leisten, für eine bessere Luftqualität in der Fächerstadt Karlsruhe. Die Idee für die Anschaffung eines ersten Elektrofahrzeuges haben wir gerne in die Tat umgesetzt. Und dies aus voller Überzeugung und auch Verantwortungsbereitschaft.

Der Weg bis zur Inbetriebnahme und auch die finanzielle Belastung für so einen winzigen Beitrag zum Klimaschutz haben mich zum Nachdenken angeregt. Um die Infrastruktur einer Ladesäule mit gleich zwei Ladepunkten zu schaffen, war eine Investition von rund 7.000 Euro notwendig. Ich musste erleben, dass viele Anlaufstellen, ob öffentlich oder  ausführende Handwerksbetriebe, mit der Schaffung dieser Infrastruktur zum jetzigen Zeitpunkt schlichtweg überfordert sind und zu geringe Kenntnisse haben.

Als einzigen kompetenten Ansprechpartner möchte ich hier die Stadtwerke Karlsruhe erwähnen, die mir jederzeit weiterhelfen konnten. Hier sehe ich dringenden Nachholbedarf von Seiten der öffentlichen Stellen und der Politik. Von der Auftragsvergabe bis zur Inbetriebnahme der Ladesäule vergingen sage und schreibe vier Monate!

Die Beantragung einer finanziellen Förderung durch die entsprechende Staatsbank hat meine Assistentin schier in die Verzweiflung getrieben. Es galt unzählige, teils unverständliche, Formulare auszufüllen. Mehrfach wurden immer wieder die gleichen Nachfragen seitens der Staatsbank gestellt. Der zeitliche Aufwand dafür zog sich über viele Monate hin. Gefühlt war meine Assistentin mehrere Tage mit Fragen beschäftigt, wie z. B. Steckertyp A oder Steckertyp B? Die Antragstellung erfolgte im Oktober, im März darauf erhielten wir dann endlich eine Fördersumme von rund 2.200 Euro.

Ich als Unternehmer würde der fördernden Staatsbank folgendes vorschlagen: Ein Bank-Mitarbeiter setzt sich einfach in ein E-Auto und vergewissert sich vor Ort, dass die zu fördernde Ladesäule tatsächlich vorhanden und funktionstüchtig ist. Nebenbei bemerkt wurde ein kompletter Ordner mit Papier gefüllt, das dafür notwendig war. Das alles hat mich sehr zum Nachdenken veranlasst.

Ich frage mich schon, was für einen Sinn macht unser kleiner Beitrag für den Klimaschutz, wenn die Politik es seit über 30 Jahren nicht fertiggebracht hat, die Autobahn A8 zwischen Karlsruhe und Leonberg komplett auszubauen. Vor Pforzheim staut sich tagtäglich aus beiden Richtungen stundenlang der Verkehr. Hierbei werden jährlich Tonnen CO2 in die Luft geblasen. Ganz zu schweigen vom wirtschaftlichen Schaden durch die dadurch entstehenden Wartezeiten.

Ebenso unverständlich ist für mich die Blockadehaltung der Stadt Karlsruhe für eine zweite Rheinbrücke bei Wörth, um die chronisch überlastete Südtangente und das Wörther Kreuz zu entlasten. Auch hier wird jährlich tonnenweise CO2 sinnlos in die Luft geblasen.

Nachdenklich stimmt mich weiterhin, wenn ein Omnibus des öffentlichen Nahverkehrs an meinem Südpfälzer Wohnort vor mir her fährt. Bei jedem Beschleunigen werden schwarze Dieselrußwolken ausgestoßen, aufgrund einer sehr veralteten Fahrzeugflotte. Und warum? Weil öffentliche Auftraggeber immer nur den billigsten Anbieter beauftragen dürfen. In den Ausschreibungsunterlagen steht über eine effiziente Motorentechnologie, wie Euro6-Norm oder gar Elektroantriebe, nichts. Schade eigentlich!

Unser Fuhrpark umfasst heute 16 Fahrzeuge. Alle Verbrennungsmotoren mit Euro6-Norm.

Zeit zum Nachdenken!

Herzlichst, Ihr Andreas Müller
Geschäftsführender Gesellschafter

30 Jahre Andreas Müller Hydrokulturen Karlsruhe